Welche “echten” deutschen E-Autos gibt es eigentlich?
Herzlich willkommen zu einem weiteren Video auf meinem Kanal. Heute reden wir einfach mal darüber, wie deutsch deutsche E-Autos eigentlich sind. Es hatten wir zu meinem EX3 Nachfolgersuche Video, zu dem gibt’s übrigens keine guten Modelle, deswegen muss der i3 mal wieder herhalten, hatten mir einige von euch in die Kommentare geschrieben, dass sie kein chinesisches oder sonst wie ausländisches Auto kaufen oder leisen würden. Ich gebe zu, das hat mich durchaus auch etwas zum Nachdenken gebracht. Die spannende Frage dabei ist aber, wie definiert man denn nun ein echtes deutsches Auto? Mein Etron trug zwar die vier Ringe, die mit Ingolstadt assoziiert werden, kam aber aus Belgien. Mein EX3 trägt eine Niere, die ihn eigentlich in Bayern lokalisiert, ist aber dennoch ein reinrassiger Chinese. Also schauen wir uns doch mal an, welche E-Autos der deutschen Autobauer auch wirklich von hier kommen und auch welche ausländischen Konzerne bei uns fertigen. Allerdings können wir uns bei zwei dieser Ausländer dann auch durchaus drüber streiten, inwiefern das wirklich noch Ausländer sind. Smart habe ich übrigens weggelassen, denn die sind halt keine reindeutsche Firma mehr, sondern gehören zur Hälfte Gili. Natürlich könnte man nun trefflich drüber streiten, ob Daimler selbst mit Gili und Kuweit als große Investoren überhaupt noch richtig Deutsch ist, aber das Fass möchte ich heute wirklich nicht aufmachen. Am Ende werfen wir auch noch einen gemeinsamen Blick auf die übrigen europäischen Hersteller. Lass uns aber zuerst mal schauen, wo die E-Autos der deutschen Hersteller nun eigentlich herkommen. Ich gehe dabei einfach alphabetisch vor, beginne also mit Audi. Bei denen ist es seit dem Ende des oft auch Fettron genannten Erstlings recht einfach. Derzeit kommen zumindestens alle für den deutschen und europäischen Marktbestimmten elektrischen Audis aus Deutschland. A6 und Q6 aus Ingolstadt, der Etron GT aus der Audi Edelschmiede in Necker Sulm und der Q4 wie seine MEB Brüder von VW aus Zwickau. Auch bei BMW kommen fast alle derzeit bestellbaren E-Fahrzeuge aus Deutschland oder um genau zu sein dem Reich von König Maggi dem. Der i Stammwerk in München montiert. I5, i7 und IX kommen aus Dingolfing. Die beiden kleinsten, also IX1 und 2, stammen aus Regensburg. Nur beim IX3 bleibt sich BMW treu und lässt ihn im Ausland fertigen. Zukünftig nicht mehr in China, sondern in Ungarn. Ich enthalte mich heute mal jeder politischen Wertung und lass es für euch einfach so im Raum stehen. Bei Mercedes wird es nun deutlich unübersichtlicher, da nur ein kleiner Teil deren E-Autos auch wirklich aus Deutschland kommt. Da wäre der EQA aus Rasstadt, der EQE aus Bremen und der EQs aus Sindelfingen, deren beide SUV Brüder kommen wie GLE und GLS SUV aus Tascalusa, also den USA. CLE EQ, EQB und GLCE EQ sind wie der BMW IX3 Ungarn. Der EQT kommt als Kengu Derivat aus Frankreich und der EQV wie alle Vito und V-Klassen aus Spanien. Die elektrische G-Klasse kommt natürlich aus Österreich. Schließlich ist Steier Puch heute Magna nicht nur der Entwicklungs, sondern auch der Produktionsstandort dieses Urgesteins der Automobilgeschichte. Apropos, die Ikone Porsche lässt den Tayan in Zuffenhausen fertigen. Der bekam da ein eigenes Werk. Der Maran kommt aus Leipzig. Der Cayen hingegen bleibt weiterhin ein umgelebelter VW Tourarek und kommt auch als Elektroversion aus Bratislava in der Slowakei. Dieses Werk spielt spannenderweise bei VW selbst derzeit bei den E-Autos noch keine Rolle. Die ID3 kommen als Dresden und Zwickau. Dort kommt auch der ID5 und zumindestens teilweise der ID4 her. Der wird zusätzlich zum ID7 auch noch in Empton gefertigt. Der ID Butz kommt derzeit aus dem Nutzfahrzeugewerk in Hannover, auch wenn es Gerüchte gibt, dass dessen Produktion nach Polen verlagert werden soll. Soweit also mal die Übersicht über die großen deutschen Hersteller und nein, liebe Ford und Opelfreunde, ich habe euch nicht vergessen, es geht gleich weiter. Was wir bei allen Deutsch oder nichtdeutschdebatten aber sowieso immer im Hinterkopf behalten müssen, ist, dass kein Hersteller eine Fertigungstiefe von 100% hat. Alle benötigen Zuliefer und die können auf der ganzen Welt verstreut sein. Ich lehne mich mal aus dem Fenster. Kein Großserienauto eines deutschen Herstellers kommt komplett ohne Teile aus China oder Südkorea inwi weit ihr jetzt die eben genannten Autos, die eigentlich aus dem Ausland kommen, nun undeutsch findet, bleibt natürlich euch überlassen. Wusstet ihr überhaupt, dass einige der Fahrzeuge gar nicht von hier kommen? Hat euch das hier interessiert, wo euer deutsches Auto in Wirklichkeit herkommt? H schreibt mir das auch gerne unten in die Kommentare. Betrachten wir uns aber zuerst noch ein paar Hersteller, die nicht wirklich Deutsch sind, aber ihre Autos zumindestens zum Teil bei uns fertigen. Da ist natürlich zuerst vorzunnen. Die gibt es hier zwar schon so lange, dass mancher vergessen hat, dass es gar keine deutsche Firma ist, aber letztlich ist die Ford Deutschland nur eine Tochter eines US-Konzerns. Derzeit bei uns auch mit ziemlichen Schwierigkeiten, wenn man die Nachrichten diesbezüglich verfolgt. Sie haben mir gerade erst den Fokus eingestampft und schließen in Saloui. In Köln musste der Fiesta sterben und Capri und Explorer Platz machen. Die aber wohl auch beide nicht so wirklich brummen, was mich ob der doch recht ambitionierten Preisgestaltung auch nicht wirklich wundert. Der Mache ist dann wieder eine reiner Amie, der per Schiff zu uns rüber gekart wird. Beim Mini sieht es noch mal ganz anders aus. Jetzt wird sich mancher vielleicht am Kopf kratzen und fragen, was hat denn Mini in dieser Auflistung zu suchen? Der Mini Cooper und A-Man als E kommt doch aus China und eine deutsche Firma ist das auch nicht. Na ja, doch im Grunde schon, denn auch wenn die Zentrale noch in England sitzt, so ist Mini eine hundertprozentige Tochter von BMW und nutzt auch eines der BMW Werke. Während der Cooper und Aman als E-Versionen, wie eben erwähnt aus China kommen, so wird der Countryman als Verbrenner und E im Werk Leipzig, das ursprünglich mal für den i3 gebaut wurde, produziert. Der Mini Countryman E ist also ein deutscheres E-Auto als ein großer Verwandter der I3. Gehen wir weiter zu Opel. Und auch wenn ich da wohl wieder ein paar Negativkommentare bekommen werde, die muss ich hier bei den Ausländern nennen. Sie gehörten seit Ewigkeiten zu GM und nun zu Stellantes. Eine eigenständige deutsche Firma ist die Adam Opel schon seit vielen Jahrzehnten nicht mehr, aber sie fertigen immerhin noch bei uns. Nur wie sieht es bei den Elektroautos aus? Tja, der erste elektrische Opel der Corser E kommt schon mal nicht aus Deutschland. Bis zur aktuellen Corser Generationen kamen die bis dahin nur vorhandenen Verbrenner auch aus Eisenach. Der aktuelle kommt immer aus Zaragossa Spanien. Auch der Opel Mocker ist kein deutsches Auto. Er kommt aus der Nähe von Paris. Der neue Frontera und der Grland hingegen kommen aus Eisenach, der Astra aus Rüsselsheim. Der Combo E wiederum aus England oder Portugal. Der Zafira wird in Frankreich gebaut. Aber immerhin finden sich auch nach der Stell Landesübernahme tatsächlich deutsche E-Autos bei Opel. Na, das die meiner Meinung nach durch die Bank bei Akku und Ladeleistung nicht mal ansatzweise wettbewerbsfähig sind, steht noch auf einem ganz anderen Blatt. Spannend ist Seat bzw. Also Kupra, wie sie ja neuings heißen. Während der Born ebenfalls aus Zwickau kommt, also in die Riege der deutschen Ausländer gehört, ist der Tavaskan als ID5 Bruder ein reinrassiger Chinese. Bleibt abschließend noch ein weiterer Ami mit deutscher Produktion. Na, ich rede natürlich vom Tesla Model Y. Das müssen jetzt meine Recherche nach alle Fahrzeuge gewesen sein, die entweder einen deutschen Hersteller haben oder in Deutschland gefertigt werden. Schreibt mir gerne unten in die Kommentare, falls ich noch einen vergessen haben sollte oder irgendwo falsche Informationen hatte. Es gab wohl mal Überlegungen von BYD das Fortwerk in Salou zu übernehmen, aber so wie ich das mitbekommen habe, gehen die wie BMW und Mercedes lieber nach Ungarn. Einzig XP Peng lässt jetzt schon in Europa fertigen. Die haben einen Deal mit Magna Steier gemacht. Dort gab es ja nach Ende des Fisker Ocean einiges an Produktionskapazitäten, die frei waren. Ach ja, und einen europäischen Südkoreaner gäbe es auch noch. Der Kia EV4 für den europäischen Markt kommt aus der Slowakei. Schauen wir noch kurz auf die übrigen europäischen Hersteller. So kommen neben den bereits erwähnten Opel alle Stellantes E-Fahrzeuge, also von Fiat, Citroën, Peugeot, DS und auch Jeep aus Europa. Ausnahme natürlich die Lieb Motor, aber das ist auch ein Joint Venture und gehört zu Landes nicht komplett. Renault fertigt auch in Europa und aus deren Elektrohauptwerk kommen auch die einzigen europäischen Japaner, nämlich der Nissan Microelktro und der Mitsubishi Eclipse Cross, die beide auf Renault Plattformen stehen und Geschwister von R5 bzw. Senix sind. Im Gegensatz zu Cupra werden die Skoda Ableger der MEB-P Plattform in Tschechien gebaut und abschließend haben wir da noch Volvo, deren EX30 und 40 für Europa zumindest aus dem Belgischen Gent kommen. Der kommende EX60 soll wohl wieder ein richtiger Schwede werden. So und wenn euch jetzt also wichtig ist, ein deutsches E-Auto eines deutschen Herstellers zu fahren, dann könnt ihr Stand November 2025 jeden elektrischen Audi bestellen. Bei BMW ist nur der kommende EX3, nicht aus Bayern. Bei Mercedes beschränken sich die deutschen Fahrzeuge auf EQA, IQE und EQS. Bei letzteren beiden auch nur auf die Limus. VWs kommen wieder alle aus Deutschland. Ist euch der Produktionsstandort am wichtigsten? Aber nicht so sehr der Sitz des Herstellers kommen. Zuerst der Mini Countryman und der Seat Born in Frage. Beide kommen aus Sachsen und beide Firmen sind hundertprozentige Töchter deutscher Konzerne. Ja, sind die dann deutscher als ein Mercedes EQB aus Ungarn? Hm, Opel hat immerhin einen deutschen Namen und fertig teilweise bei uns, gehört aber zu einem ausländischen Konzern, der immerhin teilweise europäisch ist. Ford und Tesla produzieren zwar teilweise hier sind aber US-Konzerne. Na, wie schaut denn das eigentlich bei euch aus? Achtet ihr beim Kauf oder Leasing insbesondere eines Neuwagens darauf, wo das Auto herkommt? Würdet ihr einen bayerischen BMW IX, einem amerikanischen EQS SUV vorziehen? Würdet ihr eher ein IX3 oder GLC aus Ungarn als einen Tesla aus Grünenheide nehmen? Oder blendet ihr solche Überlegungen komplett aus und entscheidet euch ausschließlich für das Automodell, aber nicht die dahinter stehende Marke. Schreibt mir das gern unten in die Kommentare. Ich muss gestehen, dass solche Überlegungen bei mir bisher eher selten eine Rolle gespielt haben. Wenn ich meine Autos des letzten Vierteljahrhunderts so durchgehe, waren nur wenige echte deutsche Autos dabei, auch wenn ich meist deutsche Marken fuhr. Meine Audi A6 waren deutsch, der BMW Z3, der erste Ani. Dann kamen zwei Mercedes ML ebenfalls aus den USA, was ich anfängig tatsächlich gar nicht mal wusste. Die zwei Volvos waren nach meinem Renault 19 in den 90ern tatsächlich meine ersten echten Ausländer. Allerdings hatte ich da zeitgleich auch noch meinen Porsche Box und das war allerdings ein Finne. Der Mercedes Viano, den wir in der Firma hatten, hingegen ein Spanier. Der Audietron kam aus Belgien, der Eniro aus Südkorea, mein EX3 aus China. Die einzigen echten deutschen Autos, die wir aktuell haben, sind der 7 Jahre alte BMW i3 und der 10-Jährige Audi A6 meiner Frau. Die Frage bleibt aber nun mal, ist einem das deutsche Auto einen heftigen Aufpreis wert? Nehmen wir ein bewusst drastisches Beispiel. Ein BMW I1 kostet als Allradler gescheit konfiguriert, aber ohne fette Schlappen und diesen ganzen M Schwachsinn schon etwa 70k Liste. Ein Xpeng G6 als AWD Performance 52. Googeln fördert beim Bimmer etwa 13 bis 15% Rabatt hervor. Sagen wir er kostet hinten raus 60, ist das immer noch erheblich mehr als der Chinese, der mit gewaltig mehr Power sowohl bei den Motoren als auch der Ladeleistung punktet. Von so Gimmicks wie belüfteten Sitzen fange ich gar nicht erst an. Möchte man mit seinem Kauf lieber eine Firma unterstützen, die eine klare Elektroonni Strategie fährt, aber euch China kommt oder ein Laden, dessen Vorstandsvorsitzender in Bayern nicht müde wird zu behaupten, dass sie bis in alle Ewigkeit Verbrenner bauen wollen. Ist es schlimm, dass chinesische Konzerne über staatliche Vergünstigungen verfügen? Ist es nicht schlimm, wenn BMW einfach mal 273 Millionen aus Steuermitteln bekommt, die zu 100% reine Geldverschwendung sind? Ich bin da tatsächlich immer wieder hin und her gerissen und werde wohl oder übel an irgendeiner Stelle Kompromisse eingehen müssen. Bis dahin wird aber wohl noch etwas Wasser die Ruhe herunterfließen. Deswegen soll es das für heute mal wieder gewesen sein von eurem Stefan Lenz.
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